Hümmel

Der Ort liegt außerhalb der Mutscheid im Kreis Ahrweiler am südwestlichen Kalenderzweig des Odesheimer Vorzeitkalenders. Zu Hümmel zählen die Orte Blindert, Marthel, Bröhlingen und Falkenberg. Da sie kalendermäßig mit dem Odesheimer Kalender verbunden sind, werden sie in die Betrachtungen mit aufgenommen.

Abb. 11 - Mutscheider Kalenderorte (rot) und Kalenderorte im Bereich der Gemeinde Hümmel (grün)





Abb. 105 - Kalenderlinien bei Hümmel - (südwestliche Fortsetzung des Odesheimer Kalenders [siehe Abb. 31 a.a.O.])

Erklärung:
rote Linien = gleich 3 überregionale Sommersonnenwendlinien berühren den Bereich der Gemeinde Hümmel.
a) rote Linie bei Falkenberg = SSW zum Michelsberg laufend
b) rote Linie Hümmel = SSW nach Willerscheid laufend
c) rote Linie Pitscheid = SSW nach Odesheim laufend
grüne Linie = 2 Linien des 15. Mai (Sophientag)
a) grüne Linie bei Bröhlingen und Falkenberg = Sophienlinie nach Willerscheid laufend
b) grüne Linie bei Heistert = Sophienlinie nach Odesheim laufend
gelbe Linie = 2 überregionale 1. Mai (Beltaine) Linien
b) gelbe Linie bei Bröhlingen und Falkenberg = Beltaine-Linie nach Willerscheid laufend
c) gelbe Linie durch Marthel laufend = Beltaine-Linie nach Odesheim laufend
violette Linien = Mondwenden





Abb. 108 - Ortsgemeinde Hümmel in 3D-Ansicht (google-earth) - gelb markiert der Michelsberg bei Mahlberg

Abkürzungen
H = Hümmel
B = Burscheid
F = Falkenberg
Br = Bröhlingen
Bl = Blindert
M = Marthel
H = Heistert
P = Pitscheid

Kalenderort Hümmel

Abb. 107 - Hümmel

Der Ort Hümmel liegt auf einem 1 - 1,4 km großen diskusförmigen Bergrücken. In der Mitte befindet sich der Ort mit St.-Cyriakus-Kirche; unweit davon entfernt ein kleiner Hügel. Ähnlich wie am Michelsberg bei Mahlberg überragen Kirche und die Reste eines halb abgetragenen Basaltlavahügels den Ort und sind weithin sichtbar. Mächtig anzusehen aus der Ferne die Kirche als Symbol für das Christentum; imposant bis ehrfürchtig zu betrachten, wenn man sich etwa 500 m vor dem Ort befindet. Im Ort selbst der Rest des vorzeitlich anmutenden Hügels um den sich Wege und Häuser gruppieren, durch die Bebauung eingeengt und durch Neubauten gefährdet. Wie in Wallersheim (Prüm) spielte einst das dörfliche Leben rund um den Basaltlavahügel statt. Hier waren Dorfbrauchtümer und das Gemeinwesens in vorchristlicher Zeit anzutreffen. Beobachtung der Umgebung, Treffs und Kultfeste spielte in früher Zeit eine besondere Rolle.

Der Name Hümmel ist urkundlich 1114 als Hoinbuil erwähnt. (Quelle: Aus der Pfarrchronik von Hümmel, Peter Weber) Die ursprüngliche Bedeutung für diesen Namen ist scheinbar nicht bekannt. Spekulativ wäre noch Hain-Bulle anzusetzen; eine Hindeutung auf einen mythologischen Stier oder Bullen gibt es höchstens in der Keltenwelt. Im Zusammenhang mit dem Mithras-Kult ist von keltischen Stieropfern um den 24./25. Dezember die Rede. Eine Verehrung des Stiers als Heilbringer in der röm.-keltischen Zeit um den 1.11. ist bekannt. Wo der Stierkult herrschte, war die 3fache Gottesmutter. Die fränkischen Könige verboten den Steinkult und beseitigten die Spuren der Vorzeit. Die Franken schufen eine neue Kultur. Daß die Könige selbst als Kosmokrator auftraten, interessierte sie auch später nicht. Dafür führten sie das Christentum ein. Hümmel steht somit als Symbol einer untergegangenen Kultur und es sieht so aus, als ob die Tage der Reste des alten Lavakegels als vorzeitliches letztes Zeugnis einer unbekannten Kultur gezählt sind. Diese dürfte der Atlantik-Kultur von Carnac/Bretagne entsprechen, die sich von der Küste her die Flußtäler bis in Eifelregionen erstreckte und bekannt durch ihre Stein- und Menhirsetzungen war (Siehe Menhir von Prüm).

Die Kirche in Hümmel ist dem Hl. Cyriakus geweiht, einem der 14 Nothelfer. Die Fesselung des Teufels durch Cyriakus ist ein beliebtes Darstellungsmotiv. Letztlich also die Ausrottung der keltisch - germanischen Kultur mit ihren Gottheiten in Mutscheid (Erdmutter?) mit Hümmel = Heim des Bullen, Odesheim = Heim von Odin und Hilterscheid = Stammsitz der Hilde, Hilda, Holda, Holle. Einsetzung des Christentums mit Einführung von St. Michael für Odin, St. Hildegardis für Hilde usw. Mythologisch also muss Hümmel mit Odesheim und Hilterscheid in diesem Zusammenhang erwähnt werden.

Ein erster Blick auf die Auswertungskarte Abb. 106 ergibt, daß sich im Mittelpunkt des Ortes 5 Kalenderlinien auf einer 6-Wege-Kreuzung treffen. Beim Verlauf der violetten Linien handelt es sich um die Mondwenden. Bezüglich der Besiedlung lassen sich hieraus 2 Deutungen entnehmen:
- 1. Es handelt sich wohl um einen Ort, der sehr alt ist und der bereits entstand, bevor man den Sonnenkalender kannte. Demzufolge könnte man von einer Kultur aus der Jungsteinzeit sprechen; kalendermäßig von einer Mondkultur.
- 2. Es handelt es sich mit Sicherheit um einen spätestens von fränkischen Siedlern geschaffenem Ort, der sich in Ausrichtung der Häuser am Einfallwinkel der Mondstrahlen richtete und somit das Mondlicht aufgrund der hell getünchten Fachwerkhäuser zu nächtlicher Beleuchtung ausnutzte.

Neben den Mondlinien sind alle bäuerlichen Kalenderlinien vorhanden:
grün = Sophienlinie 15.5. (Kalte Sophie, Eisheiligen, Einsaat)
gelb = Beltaine 1.5. (Maifeiertag, Beginn der Feldarbeit zu früheren klimatisch günstigeren Zeiten.
rot = Sommersonnenwende 22.6. an einigen Flurverläufen abgezeichnet
blau = Wintersonnenwende 22.12. verläuft im südöstlichen Ortsbereich
hellblau = Allerheiligenlinie 1.11. (Samhain, Beginn der 4. Jahreszeit)
orange = Martinstaglinie 11.11. (Ende der Feldarbeit, Zinstag)





Abb. 106 - Kalenderliniensystem Hümmel






Abb. 109 - St. Cyriakus Hümmel


Abb. 110 - St. Cyriakus mit Kriegerdenkmal


Abb. 112 - Basalthügel


Abb. 113 - Brunnen





Abb. 111 - Friedhofskreuz


Abb. 114 - Marienaltar


Abb. 115 - Bilderstock mit Pieta





Abb. 116 - Blick vom Friedhof nach Norden mit Michelsberg im Hintergrund





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