Ohlerath

Die Herkunft des Namens Ohlerath war im Zuge der Recherchen schwierig zu erforschen. 1664 schreibt Dechant Isenburg vom Dorfe Alerdt (Ohlerath, Aldenrode, alte Rodung); Quelle: Hans Peter Schiffer in Kirchen und Kapelle im Stadtgebiet Bad Münstereifel. Dieser Ansicht ist wohl die richtige. Ein weiterer Ansatz aufgrund von Internetrecherchen ergab: Wörter, wie Altenberg, Altenrath sollen nichts mit dem Alter zu tun haben, sondern bedeuten althochdeutsch und gotisch alah, ale und als, welches soviel wie Opferstätte heißt. Von einem Ahlert oder Ohlert, Aldenroth, Ohlenrodt oder Oldenroth ist der Schritt nicht weit zu einem Odenrodt, Odenrath, Odenroth, Odinrode, Odinheim, Odesheim. Plausibler wäre also die Rodung durch einen Germanen namens Ahle, Alerd, Ohle oder Ohlert; ggf. eines Ole; ggf. ein Römer namens Olertus, Olenius, Alenus usw.





Abb. 94 - Ohlerather Kalenderlinien - abseits vom Odesheimer Kalendersystem

Es bedeuten:
rote durchgängige Linie = Sommersonnenwende von Pitscheid nach Odesheim
rot = Sommersonnenwenden (22.6.)
grün = Mai-Linie (1.5.)
gelb = Sophienlinie (15.5.)
blau = Wintersonnenwende 12.12. (evtl. nach Hilterscheid)
orange = Martinstaglinie (11.11.)
violett = Mondwenden
weiß = Nordtangente 0 Grad

Markierungen
gelb/M = Wiese (Maikultstätte?)
gelb/1 = Bilderstock 1
gelb/2 = Bilderstock 2
rot = Schnittpunkte/Beobachtungsstandorte


Abb. 95 - Obstwiese an Markierung gelb/M


Abb. 96 - Bilderstock an Markierung 1 (2 Mondwenden)


Abb. 97 - Detailansicht


Abb. 98 - Betrachtungsrichtung entlang der Falkenstraße in Richtung Ohlerath. (Kalenderlinie am 12.-15.5. Eisheiligen/Sophientag)


Abb. 99 - Betrachtungspunkt (auch Standort von Abb. 98) zum Martinstag (11.11.)



Abb. 100 - Brunnen im Dorfzentrum


Abb. 101 - St. Quirinus Kapelle Ohlerath


Abb. 102 - Hoffmannstraße, Verlauf auf der Sophienlinie


Abb. 103 - Bilderstock Suhrstraße (Markierung gelb 2)


Abb. 104 - Funkenstraße, Blick Richtung Norden





Ohlerath stellt sich aufgrund der Analyse als von Kalenderkundigen angelegter Ort heraus. Darauf deuten mehrere Flur- und Straßenverläufe, deren Schnittpunkte und Lage hin. Ohlerath ist offenbar nicht am großen Mutscheider Kalendersystem angebunden, sondern verfügt über eigene Kalenderlinien und liegt neben der Hilterscheid-Sasserather Martinstaglinie. Gegebenenfalls gibt es eine Ausrichtung auf der Wintersonnenwende in Richtung Hilterscheid. Einige Schnittpunkte der Ohlerather Kalenderlinien liegen an Schnittpunkten von Sonnen-Kalenderlinien und Mondwendelinien. Als möglicher Standort für ein kleines Kalenderzentrum kommt die Wiese hinter der Ohlerather Kapelle in Frage. Als Mai-Kultstätte konnte eine Wiese am nordöstlichen Ortsausgang lokalisiert werden.

Im Orte verlaufen einige Straßen in Ausrichtung auf Mondwendelinien und verhalfen somit den Bewohnern bei Mondschein an den gegenwinklig angebrachten weißen Fachwerkhäusern zu relativ hellen mondbeschienenen Nächten. Mehrere Ausfallswege in die Täler ringsum liegen auf Kalenderlinien und ermöglichen Kalenderbetrachtungen in einfachster Weise. Die Nordausrichtung der Funkenstraße ermöglicht schnelles Auffinden des Polarsternes.





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