Pewsum

Pew bedeutet im Englischen soviel wie Kirchenbank; altfriesisch Kirchenstand. Laut Wikipedia ist Pewsum ein lutherische Insel in der von der Evangelisch-reformierten Kirche dominierten Krummhörn. Als Gotteshaus dient die St.-Nicolai-Kirche, die aus der Zeit der Häuptlingsfamilie Manniga (Man=Mensch; iga=Ich? [altfriesisch]) um 1400 stammt. Genannt werden für Pewsum bei Wikipedia weiterhin eine Brüdergemeinde, Baptisten und die katholische Kapellengemeinde St. Hedwig.


Abb. 20 - Pewsum mit historischem Ortskern, Google-Earth Screenshut vom 20.6.2011


Abb. 21 - Lage der Pewsumer und Woquarder Warfen innerhalb Pewsums

Zur Bestimmung der Lage beider Warfen wurde mittels Google-Earth eine Höhenanalyse durchgeführt und der Bereich ab 1 m ü NN vermessen. Hierbei wurden folgende Hauptdurchmesser ermittelt: 560, 434, 548 und 478 m. Nebenmessungen anhand von erweiterten Grundstücks- und Straßenverläufen ergaben: 378, 427, 533, 595, 616, 650, 720, 740 m. Ermittelt man hieraus die Quersumme und teilt diese durch die Anzahl der Messungen, so ergibt sich ein durchschnittlicher Wert bei 539,9 m. Die Quersumme der Hauptdurchmesser beträgt 505 m. Geht man von einer Absenkung oder Wegspülung von Teilen der Warfe im Südwesten und Norden aus, und setzt statt des Durchmessers 434 einen Wert von 548 m, so erhält man einen durchschnittlichen Warfendurchmesser von 533 m, welches 1600 Fuß entspricht und in ein System der andiskutierten Warfentypologie von 700, 1000, 1200 Fuß Durchmesser passt.

Woquard ist ebenfalls evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit Marienkirche aus dem Jahre 1790 (Quelle: Internetseiten Kirchengemeinde). Eine ältere Bezeichnung von 1632 (wikipedia.de) für Woquard lautet Wachtwert. (als Außenstehender meine ich hierin wohl Wachwarft zu lesen. Infolge der Meeresnähe und drohender Überschwemmung sicher ein geeigneter vorgelagerter Beobachtungsort für die Pewsumer Häuptlinge. Es kommen aber auch germanische (Götter-)Namen, wie Wotansward, Wotanswarte in Frage [komplementär hierzu Loquard = Lokiswarte, Visquard = Freyas Warte (Frisgana, Viscuwirda) = Friesenwarte / Frijas Warte).

Die von Warfenmittelpunkt zu Warfenmittelpunkt genau 1000 m entfernte Warf Woquard wurde mit Durchmessern von 233, 235, 251, 252 Metern gemessen und gehört somit zu den 700 Fuß-Warfen. Beide Warfen stellen das Hauptsystem des Pewsumer Vorzeitkalenders dar. Sie ergänzen sich in den Kalenderberechnungen. Pewsum steht für Kalenderbetrachtungen zum 1.5., 15.5. 22.6. und 22.12., Woquard liefert die Werte zum 1.11. und 11.11. Wichtig ist die Konjunktion beider Orte, die wie bei ähnlichen Untersuchungen auf der Sophienlinie bei etwa 58,12 Grad miteinander verbunden sind.



Abb. 22 - Standortbetrachtung Pewsum mit Woquard (links), Verlauf der Kalenderlinien von links nach rechts

Pewsum

aktiver und
passiver Standort

1.5. Beltaine = gelbe Linie
SA von Upleward aus
SA über Uttum
15.5. Sophientag = grüne Linie
SA von Woquard aus
22.6. SSW = rote Linie
SA über Grimersum

22.12. WSW = blaue Linie
SA über Freepsum, Groß Midlum, Harsweg
SA über Canum (bedingt)

Woquard

aktiver und
passiver Standort

15.5. Sophientag
SA von Upleward aus

1.11. Samhain = violette Linie
SA über Freepsum
11.11. Martinstag = hellblaue Linie
SA über Harsweg
SA Groß Midlum (bedingt)
SA von Groothusen aus (bedingt)




Abb. 23 - Straßen- und Flurausrichtungen an Kalenderlinien in Pewsum

Es bedeuten
weiß = Nord-Süd- und Ost-West-Ausrichtungen (+/-1 bis 2 Grad)
rot = Sommersonnenwenden auf ca. 50 Grad
grün = Sophienlinien auf ca. 58 Grad
blau = Winterersonnenwende auf ca. 127 Grad
violett = Samhain-Linie (Allerheiligenlinie) auf 112 Grad
hellblau = Martinstaglinie auf 117 Grad
orange = Mondwenden (ca. 41, 139, 220, 318 Grad)

Besonders markant sind die Ausrichtungen von Parkweg und Rathausweg in Richtung
Woquard und des Kanals nach Nordosten zu auf den Sophienlinien.

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