Keltenring Kreuzweingarten

40 km südwestlich von Köln liegt ein etwa 60 qkm großes Gebiet rund um das Kalkarer Moor mit mehreren Hügeln, deren natürliche Ausrichtung untereinander so liegt, daß die dortigen Standorte Sonnenbeobachtungen (Azimutwertbetrachtungen) an bestimmten Tagen zulassen. Mittelpunkt dieses Systems ist der Ringwall auf dem Hardtberg bei Euskirchen-Kreuzweingarten und der Münsterberg/Pohlenberg bei Wachendorf. Das System der auf den Ringwall ausgerichteten Kultstätten, die als Tempelbezirk, Grabenwerk, Baumgruppe oder Wegekreuz markiert sind, ermöglicht die Beobachtung von Sonnenaufgängen an vorzeitlichen Kalender- ode Festdaten, wie 1. Mai (Beltane), 15. Mai (Sophia, Eisheiligen), 22. Juni (Sommersonnenwende [Aufgang]), 1. November (Samhain, Halloween), 11. November (Martinstag) und 22. Dezember (Wintersonnenwende [Aufgang]). Standorte für Kultstätten, die zu Anlässen wie Imbolc, Ostara, Lugnasad dienen, wurden ermittelt, sind jedoch aus Übersichtsgründen von den Untersuchungen vorläufig ausgenommen worden. Nicht dargestellt sind ebenfalls Kalenderstandorte für die Betrachtung von Mondwenden und für die Sonnenuntergangswenden (passive Standorte). Die Darstellung und Untersuchung aller in Frage kommenden Orte wäre zu umfangreich. An den meisten gefundenen Punkten finden sich Scharrungen, Hügelkuppen, Ringwälle o.ä.. Einige scheinen zusätzlich neben dem Bestimmungszweck Kalenderstandort auch Kultbezirke zu sein, die vielleicht auf sehr frühe Zeiten zurückgehen. Da viele Standorte zweifelhaft sind, beziehen sich die Untersuchungen dieser Veröffentlichung deshalb weitgehend auf die prägnanten gut sichtbaren Standorte.


Ringwall Kreuzweingarten


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Wenn man die Karten anklickt, kommt man zu Vergrößerung, die etwa den Stand der Untersuchungen etwa zum Juli 2006 zeigt. Es handelt sich um eine stark vereinfachte Darstellung, die etwa nur ein Drittel aller möglichen Kalenderlinien umfaßt. Die einzelnen Farben stellen die betreffenden Höhenlinien dar, die aus der topografischen Karte herausgearbeitet wurden. Die Linie zwischen hellblau und hellgrün entspricht der Höhenlinie 270 m, die Linie zwischen hellgrün und mittelgrün stellt die Höhenlinie 300 m dar. Die Hauptkalenderstandorte liegen zwischen 270 und etwa 315 Meter üNN. Erst in der erweiterten Analyse kommen weiter hoch gelegene Höhen, wie Herkelstein und Stockert (dunkelgrüner Bereich) hinzu.

Neben den erwähnten Kultstätten an obigen Kalenderdaten gibt es weitere Standorte zur Betrachtung der Sonnenunter- und -aufgänge und Standorte für Betrachtungen von Mondwenden. Weiterhin fanden sich Kalendernebenzweige, wie rund um den Kirchheimer Watzenberg/Engelberg, zu dem eine Kalenderlinie in Richtung Iversheimer gehört, weiterhin ein Liniensystem rund umd den Kaiserstein bei Billig (belgica vicus) und ein Gitterliniensystem im Billiger Wald, welches auf SSW- und WSW-Linien ausgerichtet ist. Manche der Kultstätten sind sowohl aktiver als auch passiver Beobachtungsort für solare und lunare Ereignisse.

Das System der Kalenderlinien gruppiert sich um den Ringwall Kreuzweingarten und den Pohlenberg / Münsterberg Wachendorf. Daneben gibt es kleinere Nebenzweige und ein festgestelltes Gitterliniennetz. Die Verbindungslinien der einzelnen Standorte untereinander ergeben zwei größere Kalendersysteme.

Kalender I - Ringwall Kreuzweingarten
1. Mai (Beltaine)
15. Mai (Sophia, Eisheiligen)
22. Juni (Sommersonnenaufgangswende)
1. November (Halloween)
11. November (Martinstag)
22. Dez. (Wintersonnenaufgangswende)

Kalender II - Münster-/Pohlenberg Wachendf.
1. Mai
15. Mai
22. Juni
11. November
22. Dezember

An den genannten Kalendertagen sind Azimutwertbetrachtungen über dem Keltenring Kreuzweingarten oder Münster-/Pohlenberg Wachendorf oder umgekehrt möglich. Hinzu kommen einige wenige Standorte, die zwar auf einer Linie liegen, wo jedoch keine Sicht vorhanden ist. Sowohl Ringwall als auch Pohlenberg sind aktiver als auch passiver Beobachtungsort. Neben den Hauptkalenderzweigen finden sich noch einige gesonderte Kalenderlinien zu Sonnenbetrachtungen von Nebenstandorten die insbesondere auf den Kalenderlinien zur Sommersonnenwende, Wintersonnnenwende, Martinstag und Eisheiligen konjugieren. Weiterhin ergeben sich in einer zusätzlichen Auswertung noch einige Standorte und Azimutwerte zu den Mondbetrachtungen. Nachdenklich stimmen einige Standortanalysen bezüglich kultischer Standorte, wie der auf der 1.5. Beltane- (Beltaine) und 1.11. Imbolg- (Imbolc) Linie liegen und vermuten lassen, daß offenbar das gesamte Kalenderwissen der Vorzeit zu okkulten Zwecken mißbraucht wurde. Hierin läßt sich das Vorgehen der Franken erklären, die den Steinkult zerstörten.

Die wichtigsten entdeckten Kalendernebenzweige sind:
1. Rhederer Kalenderzweig mit Kaisersteinlinie
2. Kirchheimer Watzenbergsystem
3. Iversheimer Kalenderlinie
4. Kalenderlinien Lessenich-Antweiler
5. Sonnenwend-Gitterliniensystem Antweiler Graben

Schließlich wurden noch übergeordnete Kalenderlinien gefunden. Die Untersuchungen hierzu wurden eingestellt, da infolge Erdachsenverschiebung der Vergangenheit sich Abweichungen um 2 Grad ergaben. Die wichtigste hieraus Resultierende ergibt, daß zu irgendeiner Vergangenheitsperiode der Goloring bei Koblenz mit dem Kreuzweingartener Ringwall auf der Wintersonnenwendlinie lag. Wann eine Übereinstimmung mit den heutigen Werten vorkam, so zu mehreren Perioden, wie Mittelalter, Frühfrankenzeit, Keltenzeit oder jüngere Steinzeit, kann letztlich auch allein infolge der julianischen Kalenderabweichung nur ungenau definiert werden. Irgendwann hat es auch eine Verbindung des Kreuzweingartener Ringwalls auf der Wintersonnenwendlinie zum Goloring bei Koblenz gegeben. Daneben gibt es Kalenderlinien zu weiter entfernten Eifelhöhen und zu Kalenderstandorten im Ausland. Erwähnt sei nur: Betrachtungen gibt es zum sogenannten Belchendreieck im Raume Baden-Württemberg, Schweiz und Frankreich; nur wenige Heimatforscher befassen sich mit solchen Untersuchungen.

Die Untersuchungen beschränken sich zum Jahresende 2006 auf das dargestellte Betrachtungsgebiet in der Größe von etwa 60 Quadratkilometer am Eifelrand zwischen den Orten Billig, Rheder, Kirchheim, Schweinheimer Wald, Iversheim, Eschweiler, Weiler am Berge, Satzvey, Lessenich und Antweiler mit den beiden Zentren Ringwall Kreuzweingarten und Münsterberg / Pohlenberg bei Wachendorf. Mangels technischer Möglichkeiten wurden keine weiteren Standorte in Betracht gezogen. Diese sind in bewaldeten Gebieten wie im Schweinheimer Wald nur schwer lokalisierbar. Es ergeben sich weiterhin noch Hinweise, daß auch die Umgebung von Satzvey zum Kalendersystem gehört.

Keine Erklärung kann auf die Frage gegeben werden, warum einige Standorte untereinander keine Sichtlinie haben, aber trotzdem auf einer Linie, meistens zu Sonnen- (22.6. und 22.12.) und Kultereignissen (1.5. und 1.11.) liegen. Da das Gebiet rund um den Billiger Wald als erdbebenreiches Zentrum gilt, könnte man auch davon ausgehen, dass sich viele Erhebungen im Laufe der Geschichte abgesenkt haben. Ferner gibt es Hinweise, daß die Menschen der Vorzeit über Methoden der Radiästhesie verfügt haben.





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